{"id":6450,"date":"2017-02-02T14:50:08","date_gmt":"2017-02-02T13:50:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/?p=6450"},"modified":"2017-02-06T13:06:03","modified_gmt":"2017-02-06T12:06:03","slug":"deutsch-ehrendoktorwuerde-fuer-johan-galtung-universitaet-madrid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/2017\/deutsch-ehrendoktorwuerde-fuer-johan-galtung-universitaet-madrid\/","title":{"rendered":"Zehnte Ehrendoktorw\u00fcrde f\u00fcr Johan Galtung &#8211; Universit\u00e4t Madrid"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Begr\u00fcnder der Friedensforschung Prof.\u00a0Johan Galtung erh\u00e4lt, von der Universit\u00e4t Complutense in Madrid, den Doktor <em>honoris causa.<\/em><\/h3>\n<p style=\"padding-left: 120px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6437 alignleft\" src=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dr_honoris_causa-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dr_honoris_causa-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dr_honoris_causa.jpg 412w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6438 alignnone\" src=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dr_honoris_causa2-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"288\" \/><\/p>\n<h1><\/h1>\n<h2>Zur Inauguration Johan Galtungs \u2013 Doktor <em>honoris causa<\/em><\/h2>\n<h3><em>Kommentar der Professorin f\u00fcr Journalismus -Eva Aladro Vico- an der Universit\u00e4t Complutense Madrid<\/em><\/h3>\n<p>Gestern konnte ich der Rede des Soziologen Johan Galtung, zu Ehren seines Doktor Honoris causa an der Universit\u00e4t Complutense Madrid, beiwohnen. W\u00e4hrend der Inauguration, in der Regel sehr pomp\u00f6s, rechnete man nicht damit, dass ein Professor wie Johan Galtung, zur einfachsten Sprache der Welt greift, um sein Wissen weiterzugeben.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6511 alignright\" src=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/anuncio-2-foto-eva-10-72-193x300.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/anuncio-2-foto-eva-10-72-193x300.jpg 193w, https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/anuncio-2-foto-eva-10-72.jpg 545w\" sizes=\"auto, (max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/p>\n<p>Galtung erkl\u00e4rte mit zwei einfachen Geschichten, wie es m\u00f6glich sei, Frieden zu erreichen, wenn die Umst\u00e4nde, wie auch die Traumata bekannt sind. In seinem Diskurs existieren Konflikte nicht aufgrund von unterschiedlichen Interessen, sondern im Gegenteil, aufgrund der Identit\u00e4t des Interesses, wie auch des Kontextes. Sehr oft stellt die L\u00f6sung das Zufriedenstellen der Interessen dar, welche die grundlegenden Bedingungen erkennt, um so auf eine sehr einfache Art und Weise zum Frieden zu gelangen. Auf diesem Weg stellte er auch eine Art vor, den Terrorismus zu beenden: <strong>die Vergebung<\/strong>. Er erz\u00e4hlte wie Italien -ein Land das dem islamistischen Terrorismus derzeit nicht ausgesetzt ist- das arabische Volk jahrelang f\u00fcr die von ihnen begangenen Verbrechen um Vergebung gebeten hatte.<\/p>\n<p>F\u00fcr Galtung w\u00fcrde der Terrorismus gegen\u00fcber dem Westen ein Ende haben, wenn sich dieser f\u00fcr den Schaden den er in den L\u00e4ndern des Mittleren Ostens angerichtet hatte, entschuldigen w\u00fcrde. F\u00fcr ihn ist es nicht die materielle Restitution die im Vordergrund des Terrorismus steht, sondern vielmehr eine affektive Restitution. Er m\u00fcsse sich ehrlich f\u00fcr die immensen Sch\u00e4den des Landes, der Bev\u00f6lkerung, wie auch des kulturellen Erbes entschuldigen. Einige L\u00e4nder, wie die USA, m\u00fcssen sich weitaus mehr anstrengen. Seit 1945 hat diese mehr als 30 Millionen Tote auf dem Gewissen.<\/p>\n<p>Der reine Weg des Friedens geht nicht \u00fcber theoretische Bagatellen, sondern \u00fcber die Anerkennung der eigenen Taten und die Vergebung. Kein materielles Interesse kommt an den tiefgr\u00fcndigen Blick des Herzens heran.<\/p>\n<p>Galtung \u00e4u\u00dferte diesen erstaunlichen Gehalt ohne Notizen, frei, erf\u00fcllt von Witz und einem Spanisch der Wikinger, wie er selbst es nannte. F\u00fcr mich war nicht nur die Art und Weise, wie er sein Wissen verbreitete, sondern auch wie er es her\u00fcberbrachte, authentisch. Kurz, ohne viel Gezeter.<\/p>\n<p>Galtung zeigt uns,dass die Gnade, die Kunst, die wahre Weisheit dieser Welt unendlich einfach und unkompliziert ist. Wenn wir ein von Menschen begangenes Wunder sehen, so ist die Perfektion nichts Pers\u00f6nliches, auch ist es kein Anfall des Geistes eines Genies. Es ist vielmehr eine echte Verbindung bzw. Kommunikation mit den Energien welche die Geschehnisse in der Welt generieren. Diese Energie ist die Weisheit, die Kunst, die Sch\u00f6nheit. Sie ist zu allem f\u00e4hig.<\/p>\n<p>Wir sind nicht nur wir selbst, wenn wir glauben. Wir sind verbunden. An einen Rhythmus gebunden, welcher uns wie ein Spiegel sagt, wer wir sind und was wir machen m\u00fcssen. Als w\u00fcrde er uns von innen programmieren.<\/p>\n<p>Wenn wir den Anweisungen in einem kreativen Prozess sorgf\u00e4ltig folgen, werden wir keine Zweifel an dem haben, was wir tun und wie wir es tun. Von dieser Kapazit\u00e4t gef\u00fchrt, extrahieren wir die Quellen des Wissens, der Sch\u00f6nheit und der Wahrheit. Und oft hat dann das was wir machen m\u00fcssen nichts mehr mit dem Ich zutun, das man meint zu sein.<\/p>\n<p>Eine Folge dieser kreativen Gewinnung von etwas das wir nicht sind, ist die v\u00f6llige Missachtung der Etiketten des Ichs, die das soziale Leben dominieren. Wie die in Konflikt stehenden Interessen, sind diese keine Ursache, sondern Symptome. Das Ich, die Autorit\u00e4t, die Anklagen oder aber die Belohnungen sind stagnierende Dummheiten und tot. Sie sind kompletter Unsinn, denn wie bereits erw\u00e4hnt, wenn wir leben und glauben, sind wir nicht nur wir selbst. Wir sind mehr, wir befinden uns in einem Prozess. Etwas das noch nicht bekannt ist, das nicht in einem Namen festgehalten werden kann.<\/p>\n<p>Jeder Versuch \u00fcber Anerkennungen und Ehrungen zu steigen, spricht deutlich von einer Desorientierung der Person, welche daran glaubt, gegen eine Welt mit ihren eigenen Interessen\u00a0k\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und wenn wir jemanden sehen, der der Musik, der Kunst oder der Schrift lauscht, wie auch den humanen Worten, der Erde, den kreativen Quellen der Welt und wir ihr zuh\u00f6ren, dann ist es nicht nur die Person selbst die spricht. Es ist immer etwas simpleres, weniger gebieterisches, weniger repr\u00e4sentatives, als ein Individuum. Es ist die pure, einfache, bescheidene Wahrheit.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0Quelle: Blogeintrag: \u00abno del todo yo\u00bb <a href=\"http:\/\/haceralgoconlasmanos.blogspot.de\/\">http:\/\/haceralgoconlasmanos.blogspot.de\/<\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 90px;\">\n<p style=\"padding-left: 90px;\"><a href=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/korrigiert-Galtung_dr_honoris_causa_ucm-1.pdf\"><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begr\u00fcnder der Friedensforschung Prof.\u00a0Johan Galtung erh\u00e4lt, von der Universit\u00e4t Complutense in Madrid, den Doktor honoris causa. 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