{"id":3288,"date":"2014-11-19T11:25:20","date_gmt":"2014-11-19T10:25:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/?p=3288"},"modified":"2016-02-13T18:08:42","modified_gmt":"2016-02-13T17:08:42","slug":"syria-the-transcend-method-mediation-and-intl-relations","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/2014\/syria-the-transcend-method-mediation-and-intl-relations\/","title":{"rendered":"SYRIEN &#038; DIE TRANSCEND METHODE: MEDIATION AUF INTERNATIONALER EBENE"},"content":{"rendered":"<p>Interview mit Johan Galtung von Ester Platzer, Christina Klebl &#8211; aus <a href=\"http:\/\/www.ursache.at\/spiritualitaet\/persoenlichkeiten\/556-mit-mediation-zum-weltfrieden\">URSACHE und WIRKUNG<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Man sieht Sie als Gr\u00fcndervater der Friedensforschung. Eine Frage, die Sie sicher schon sehr oft gestellt bekommen haben: Was ist Friedensforschung und welche Ziele verfolgen Sie?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Friedensgleichung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3405\" src=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Friedensgleichung-300x71.jpg\" alt=\"Friedensgleichung\" width=\"300\" height=\"71\" srcset=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Friedensgleichung-300x71.jpg 300w, https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Friedensgleichung-200x47.jpg 200w, https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Friedensgleichung.jpg 626w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\">Johan Galtung:<\/a><\/strong> Die Friedensforschung ist eine 50 Jahre alte Disziplin, welche einen hohen Bekanntheitsgrad hat. Es geht um zwei zentrale Begriffe: \u201aNegativer Frieden&#8216; und \u201aPositiver Frieden&#8216;. \u201aNegativer Frieden&#8216; bedeutet, Gewalt zu vermeiden durch Konfliktl\u00f6sung und Trauma-Vers\u00f6hnung. Dem Begriff \u201aPositiver Frieden&#8216; liegt die Zusammenarbeit zu einem gemeinsamen und gleichen Nutzen zugrunde. Gleicher Nutzen bedeutet Empathie, in dem Sinne, dass man die anderen Parteien verstehen lernt. Dies ist eine genaue Definition von Friedensforschung, wie ich sie betreibe, mit vielen wichtigen Komponenten.<\/p>\n<p><strong>Am Beispiel von Syrien, wie k\u00f6nnte man internationalen \u00c4rge<\/strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3389 alignleft\" src=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/galtung_press_drawing-300x225.jpg\" alt=\"galtung_press_drawing\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/galtung_press_drawing-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/galtung_press_drawing-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/galtung_press_drawing.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>r bereinigen?<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\">Galtung: <\/a><\/strong>Es gibt in Syrien gleichzeitig sieben unterschiedliche Konflikte. Diese Konflikte sind sehr kompliziert und ich m\u00f6chte ungern nur oberfl\u00e4chlich dar\u00fcber reden. Obama und Assad sind nur ein kleiner Teil dieses Konfliktsystems. Dieser Teil des Konfliktes setzt sich mit Demokratie und Diktatur auseinander. Den Hintergrund des Konflikts hat Obama \u00fcberhaupt nicht verstanden, und zwar, dass Syrien eine alte Kolonie ist. In den Kolonien hat man Grenzen gezogen und innerhalb dieser Grenzen alle m\u00f6glichen Bev\u00f6lkerungsgruppen in einen Staat eingesperrt und das war dann eine Kolonie. In Syrien gibt es ungef\u00e4hr acht unterschiedliche Nationen. Wenn man in diesem Staat gerne Demokratie h\u00e4tte, gem\u00e4\u00df dem Prinzip \u201aeine Person \u2013 eine Stimme&#8216;, erreicht man die Gesamtheit der unterschiedlichen Nationen nicht. Dies w\u00e4re nur Demografie, nicht Demokratie. Die L\u00f6sung f\u00fcr Syrien w\u00fcrde F\u00f6deralismus hei\u00dfen. Demokratie ohne F\u00f6deralismus macht \u00fcberhaupt keinen Sinn in Syrien. In der Schweiz zum Beispiel w\u00e4re Demokratie ohne F\u00f6deralismus auch nicht vorstellbar. F\u00f6deralismus w\u00e4re also eine wichtige Sache f\u00fcr Syrien.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>\u201eDen Hintergrund des Konflikts hat Obama \u00fcberhaupt nicht verstanden, und zwar, dass Syrien eine alte Kolonie ist.&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n<p>Jetzt zu den anderen Konfliktparteien. Israel und teilweise die Vereinigten Staaten wollen Syrien in Kleinst\u00fcckchen spalten, weil sie Syrien als Bedrohung f\u00fcr Israel sehen. Wenn jetzt zum Beispiel F\u00f6deralismus in Syrien entst\u00fcnde und der Staat w\u00fcrde mit seinen jetzigen Grenzen bestehen bleiben, w\u00fcrde dies im Gegensatz zu dem stehen, was Israel und die Vereinigten Staaten eigentlich w\u00fcnschen, und zwar das Verschwinden Syriens durch Fragmentierung. Israel und die Vereinigten Staaten w\u00fcnschen eigentlich genau dasselbe f\u00fcr den Iran, aber das werden sie niemals kriegen, denn der Iran ist keine alte Kolonie, deswegen ganz unterschiedlich zu Syrien, da die Bev\u00f6lkerung unter anderem historisch zusammengewachsen ist.<\/p>\n<p>Eine weitere wichtige Konfliktpartei ist die al-Qaida. Die al-Qaida verfolgt das Ziel, das Land zu \u00fcbernehmen. Es gibt hier somit einen Konflikt zwischen all den schon besprochenen Konfliktparteien, einbezogen die offizielle Opposition in Syrien und die al-Qaida. Man muss auch verstehen, was die al-Qaida ist. Die al-Qaida ist eine arabische Sunni-Bewegung. Es gibt in Syrien jedoch eine Menge Menschen, die keine Araber sind, wie die Kurden, die T\u00fcrken, die Juden und die Christen. Die al-Qaida-Anh\u00e4nger w\u00fcrden gerne das Land \u00fcbernehmen. Wenn man eine Wette abschlie\u00dfen w\u00fcrde, ich mache das ungern, dann glaube ich jedoch, dass der Sieger letztlich die al-Qaida sein d\u00fcrfte. Dadurch w\u00fcrde es direkt zum n\u00e4chsten Konflikt kommen. Dieser Konflikt w\u00e4re dann zwischen Gro\u00dfstaaten. Wieder ist es selbstverst\u00e4ndlich eine Fragestellung von USA, Frankreich, Gro\u00dfbritannien auf der einen Seite sowie China und Russland auf der anderen Seite. Am Ende ist da noch der wichtigste Konflikt und der ist innerhalb der Bev\u00f6lkerung, zwischen den Menschen allgemein bez\u00fcglich der direkten Gewalt an sich. Wenn man diesen Konflikt gerne l\u00f6sen m\u00f6chte, m\u00fcsste man mit allen Teilnehmern, allen Konfliktparteien reden und dann versuchen, eine L\u00f6sung zu finden. Ich glaube, ein wichtiger Teil der L\u00f6sung w\u00e4re die alte osmanische L\u00f6sung, die sogenannte \u201aMillet&#8216;. Nach diesem Verfahren h\u00e4tten alle Nationen innerhalb Syriens \u2013 wie w\u00e4hrend des Osmanischen Reiches \u2013 h\u00f6here Autonomie. Es gibt in Syrien eine Menge von gro\u00dfen und kleinen, sagen wir, religi\u00f6sen Minorit\u00e4ten, die h\u00e4tten dann eine relative Autonomie. Mein Vorschlag w\u00e4re ein Parlament mit zwei Kammern. Eine Kammer f\u00fcr die Provinzen, geografisch, und eine Kammer f\u00fcr die Nation. Man w\u00fcrde also zwei Stimmen abgeben. Wenn Sie das alles mitgedacht haben, dann haben Sie eine Friedensforschungsl\u00f6sung. Ich w\u00fcrde daher sagen, dass die Organisation und der Verlauf der Konferenz in Genf das Scheitern vorprogrammiert haben.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\"><strong><em>\u201eDie L\u00f6sung f\u00fcr Syrien w\u00fcrde F\u00f6deralismus hei\u00dfen.&#8220;<\/em><\/strong><\/a><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie sehr werden Sie in solche L\u00f6sungen eingebunden?<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\">Galtung: <\/a><\/strong>Man ist weit davon entfernt, mich in solche L\u00f6sungen einzubinden. Die Vereinten Nationen laden normalerweise nur Regierungen ein. Auch die Vereinigten Staaten sind sehr regierungsorientiert. Jedoch gibt es hier eine Menge von beteiligten \u201aNicht-Regierungen&#8216;, wie zum Beispiel die al-Qaida. Die al-Qaida einzuladen w\u00e4re au\u00dferhalb des Interesses der Vereinigten Staaten. Aber wie wollen sie Frieden erreichen, ohne alle Konfliktparteien einzubinden? Der Friede in Syrien hat sonst keine Chance. Was man erreichen k\u00f6nnte, w\u00e4re ein Korridor f\u00fcr Nothilfe f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Diesen Korridor bekommt man jedoch nicht ohne Assad. Das Assad-Regime war eine Bedingung f\u00fcr den Erhalt dieser Kolonie nach der Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 mit all den identit\u00e4ren Widerspr\u00fcchen innerhalb dieser Kolonie. Denn pl\u00f6tzlich kam die Freiheit und diese Freiheit kam nicht als Demokratie, in der jeder eine Stimme besitzt, sondern es kam zur Diktatur. Es ist nach der Unabh\u00e4ngigkeit wie vorher, anders ist nur, dass der Diktator nicht in Paris oder London, sondern \u2013 wie jetzt \u2013 in Damaskus oder Bagdad sitzt. Der Diktator hat also eine unm\u00f6gliche Sache \u00fcbernommen, ein Land, das kein Land ist, einen Staat, der kein Staat ist, sondern ein Mischmasch von unm\u00f6glichen Sachen, die eingesperrt sind in einer alten Kolonie. Und dann waschen sich Frankreich und England die H\u00e4nde und reden \u00fcber Menschenrechte, diese Banditen, die daf\u00fcr verantwortlich sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das klingt sehr pessimistisch, Herr Galtung.<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\">Galtung: <\/a><\/strong>Daf\u00fcr sind die alten Kolonialm\u00e4chte verantwortlich. Die Osmanen hatten auch ein Imperium, aber sie waren sehr viel vern\u00fcnftiger als die westlichen Kolonialm\u00e4chte. Sie waren eine Familie der Nationen. Deswegen hat das Osmanische Reich \u00fcber 400 Jahre gedauert. Die westliche Vormacht hielt im Vergleich dazu nur knapp 100 Jahre, was auf ihre Politik zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ist internationaler \u00c4rger eigentlich das Gleiche wie der \u00c4rger zu Hause, kann man das \u00fcberhaupt vergleichen?<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\">Galtung:<\/a> <\/strong>Es gibt keinen internationalen \u00c4rger, das ist alles von den westlichen Medien organisiert. Es gibt \u00c4rger in der Welt, aber wenn Sie die westliche Presse lesen, sind Sie unmittelbar schlecht informiert. Denn diese ist sehr stark gesteuert von den westlichen Interessen und Perspektiven, wir reden also gerade \u00fcber die internationale Gesellschaft und damit meinen wir leider uns selbst. Ein Beispiel: Jetzt wird Russland isoliert. Russland und China stellen gemeinsam mit Indien die \u00fcberwiegende Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung. Die westliche Presse kann man ganz einfach zur Seite lassen, weil sie die Welt reflexhaft eurozentrisch deutet. Es gibt im Internet selbstverst\u00e4ndlich eine Menge von guten Sachen. Da gibt es nach wie vor Freiheit und damit habe ich nicht gesagt, dass Russland und China die Wahrheit gepachtet haben, sie haben ihre Wahrheit, genau wie die anderen ihre Wahrheit haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/#tpu\"><strong><em>\u201eKonflikttransformation ist, wie k\u00f6nnte man sagen, wie Medizin, man muss eine Menge wissen.&#8220;<\/em><\/strong><\/a><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie haben eine spezielle Methode (TRANSCEND-Methode) zur Konflikttransformation entwickelt. Wie funktioniert diese und wo konnten Sie sie schon einmal anwenden?<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40http:\/\/\">Galtung:<\/a> <\/strong>Konflikttransformation ist kompliziert, das muss man lernen und dies macht man nicht an einem Nachmittag oder am Wochenende. Konflikttransformation ist, wie k\u00f6nnte man sagen, wie Medizin, man muss eine Menge wissen. Im Galtung-Institut f\u00fcr Friedenstheorie und Friedenspraxis in Baden-W\u00fcrttemberg kann man sich zum Mediator nach der TRANSCEND-Methode aus- oder weiterbilden lassen. Der Hauptbestandteil von Konflikttransformation ist, dass man mit allen Parteien dialogisch reden muss. Sehr wichtig sind anfangs nur Einzelgespr\u00e4che mit den unterschiedlichen Konfliktparteien, aber niemals zusammen. Das ist einer der Hauptfehler, dass man die Konfliktparteien zu fr\u00fch zusammenbringt. Dies ist auch ein weiterer Fehler der Friedenskonferenz in Genf. Danach muss man versuchen zu verstehen, was die Menschen w\u00fcnschen. Meine Ausgangsfrage ist immer: \u201eWie schaut das Syrien aus, in dem Sie gerne leben m\u00f6chten?&#8220; Oder: \u201eWie sehen die Vereinigten Staaten aus, in denen Sie gerne leben m\u00f6chten?&#8220; Es geht darum, nicht die heutigen Vereinigten Staaten zu betrachten, sondern was f\u00fcr Vereinigte Staaten sie gerne haben m\u00f6chten. Nach Beantwortung dieser Fragestellung versucht man dann, mit einem kreativen dialogischen Verfahren die legitime Zielsetzung zusammenzuf\u00fchren. Ein Beispiel: Ecuador beanspruchte ein Gebiet in den Anden und Peru beanspruchte genau dasselbe Gebiet. Mein Vorschlag war also, das Gebiet zusammen zu revidieren, also ein \u201aKondominat&#8216;. Das war die L\u00f6sung und somit kam der l\u00e4ngste Krieg in der lateinamerikanischen Geschichte zu einem Ende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/enroll.php\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3390 alignright\" src=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/www.transcend.orggaltung-214x300.png\" alt=\"www.transcend.orggaltung\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/www.transcend.orggaltung-214x300.png 214w, https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/www.transcend.orggaltung-142x200.png 142w, https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/www.transcend.orggaltung.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><\/a><strong>Sie haben in diesem Konflikt als Vermittler fungiert?<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\">Galtung:<\/a> <\/strong>Ja, selbstverst\u00e4ndlich, ich habe <a href=\"http:\/\/www.tectum-verlag.de\/loesungsszenarien-fuer-100-konflikte-in-aller-welt-der-diagnose-prognose-therapie-ansatz.html\">in ungef\u00e4hr 150 Konflikten als Vermittler fungiert<\/a>. 30 Vermittlungen davon sind ganz gegl\u00fcckt und 20 Vermittlungen davon stehen auf der Warteliste. Eine Konflikttransformation nimmt viel Zeit in Anspruch. Man muss daf\u00fcr ein Bild entwickeln, wie eine L\u00f6sung aussehen kann, das k\u00f6nnen auch viele Experten nicht. Das Bild muss alle Parteien in Betracht nehmen, nicht nur die eigene. Das Erschaffen des Bildes hat viel mit Fantasie und Kreativit\u00e4t zu tun und ab einem gewissen Punkt im Dialog weniger mit Wissen.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>\u201eMit Konfliktl\u00f6sungen verschwindet der \u00c4rger.&#8220;<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Schwindet der \u00c4rger mit der Konflikttransformation?<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\">Galtung:<\/a><\/strong> \u00c4rger und Wut sind selbstverst\u00e4ndlich im Konflikt vorhanden. Menschen oder Staaten befinden sich im Konflikt, weil sie ihre Ziele nicht erreichen k\u00f6nnen. Der Ausweg aus diesem \u00c4rger hei\u00dft Konflikttransformation hin zu allparteilich annehmbaren L\u00f6sungen. Mit derartigen Konfliktl\u00f6sungen verschwindet gleichsam der \u00c4rger. Es ist f\u00fcr mich ganz \u00fcberraschend, wie schnell \u00c4rger verschwinden kann, wenn man eine Konfliktl\u00f6sung, die des Begriffes w\u00fcrdig ist, gefunden hat. Der \u00c4rger verschwindet fast unmittelbar. Die Ecuadorianer und Peruaner zum Beispiel haben den \u00c4rger fast unmittelbar vergessen. 54 Jahre lang haben sie alles versucht, um sich gegenseitig zu t\u00f6ten, aber kaum war eine L\u00f6sung gefunden, war der \u00c4rger auch weg. Er ist verschwunden und man vergisst ihn schnell. Ich meine, dass Konflikte \u2013 und somit \u00c4rger \u2013 niemals verschwinden, solange die Grundprinzipien von L\u00f6sungen nicht bekannt sind. Man kann zum Beispiel etwas abtreten oder einen Kompromiss machen, man kann sagen, wir sind vers\u00f6hnt, aber ohne eine Konflikttransformation, die alle Beteiligte inkludiert, kommt der Konflikt mit hundertprozentiger Sicherheit zur\u00fcck. Es ist nur eine Frage der Zeit.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\"><em>Johan Galtung<\/em>,<\/a><\/strong> geboren 1930 in Norwegen, ist promovierter Mathematiker und Soziologe. Galtung gilt als Begr\u00fcnder der akademischen Disziplin der Friedensforschung. 1959 gr\u00fcndete er das International Peace Research Institute in Oslo, welches das erste Friedensforschungsinstitut Europas war. Galtung arbeitet im Rahmen von TRANSCEND International als international anerkannter Mediator, als Lehrender an \u00fcber 30 Universit\u00e4ten und verfasste zahlreiche B\u00fccher und Artikel. F\u00fcr seine Arbeit erhielt Galtung eine Vielzahl an Ehrungen, unter anderem den alternativen Nobelpreis und den Gandhi-Preis f\u00fcr seine Verdienste f\u00fcr den Frieden. Seit 2011 ist er Pr\u00e4sident des Galtung-Instituts f\u00fcr Friedenstheorie und Friedenspraxis mit Sitz in Deutschland. Aktuelles zur Arbeit Johan Galtungs erfahren Sie unter: www.friedenspraxis.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Was ist die TRANSCEND-Methode?<\/strong><\/h2>\n<p>TRANSCEND wurde 1993 von Johan Galtung und Fumiko Nishimura als Konflikt-Mediations-Organisation gegr\u00fcndet. Die Organisation hat in der Zwischenzeit \u00fcber 500 Mitglieder in \u00fcber 70 L\u00e4ndern. Das Ziel von TRANSCEND ist eine friedlichere Welt, mit besonderem Augenmerk auf Mediationen, Friedens-Bildung, Publikationen und Forschung. Die TRANSCEND-Methode zur Konflikttransformation besteht aus drei Schritten:<\/p>\n<p>1.) In Dialogen mit allen direkt und indirekt involvierten Konfliktparteien sollen deren Ziele, \u00c4ngste und Anliegen ermittelt werden. Bei diesem Schritt ist es wichtig, dass die Parteien getrennt voneinander mit dem Mediator ihre Ziele erarbeiten.<\/p>\n<p>2.) Unterscheidung zwischen legitimen Zielen, welche den menschlichen Grundbed\u00fcrfnissen entsprechen, und nicht legitimen Zielen, welche sich den menschlichen Grundbed\u00fcrfnissen widersetzen.<\/p>\n<p>3.) Alle legitimen Ziele werden in der Folge zu einem gemeinsamen Nenner zu vereinen versucht. Es geht darum, mit Kreativit\u00e4t, Empathie und vor allem ohne Gewalt eine gemeinsame L\u00f6sung f\u00fcr eine nachhaltige, friedliche Zukunft zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"www.studypeace.info\"><strong>Unter www.studypeace.info k\u00f6nnen Interessierte an Fernkurs-Fortbildungen mit Prof. Galtung teilnehmen. <\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/#course_40\">Hier geht es Direkt zu seinem Kurs: <\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/enroll.php\"><strong>S\u00e4mtliche Kurse: https:\/\/www.transcend.org\/tpu\/enroll.php<\/strong><\/a><\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a target=\"_blank\" https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/2014\/syria-the-transcend-method-mediation-and-intl-relations\/><\/p>\n<div align=\"center\"><img decoding=\"async\" title=\"Visit www.transcend.org\/studypeace\" src=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/IMG_0055.jpg\"width=\"315\" height=\"350\" \/><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1339,"featured_media":3389,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"coauthors":[],"class_list":["post-3288","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-foodforthought"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1339"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3288"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3288\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4366,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3288\/revisions\/4366"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3389"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3288"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=3288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}