{"id":3089,"date":"2014-06-26T02:00:04","date_gmt":"2014-06-26T00:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/?p=3089"},"modified":"2017-04-26T21:11:00","modified_gmt":"2017-04-26T19:11:00","slug":"israel-palestine-solution-to-the-conflict-in-the-middle-east-galtung-interview-in-the-swiss-nzz-september-7th-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/2014\/israel-palestine-solution-to-the-conflict-in-the-middle-east-galtung-interview-in-the-swiss-nzz-september-7th-2002\/","title":{"rendered":"Friedensans\u00e4tze f\u00fcr den Nahostkonflikt (aus dem Archiv der NZZ 7.Sept.2002)"},"content":{"rendered":"<p>pi. Johan Galtung, der norwegische Mathematiker und Soziologe, der sich seit Jahrzehnten unerm\u00fcdlich f\u00fcr den Frieden in dieser Welt engagiert, die strukturelle und kulturelle Gewalt analysiert und f\u00fcr seine zum Teil bahnbrechenden Publikationen zahlreiche Auszeichnungen, darunter den alternativen Friedensnobelpreis erhielt, hat am Donnerstagabend im Landesmuseum \u00fcber multilaterale L\u00f6sungsans\u00e4tze im Nahostkonflikt gesprochen. Organisiert wurde die sehr gut besuchte Veranstaltung von der diesen Sommer in Z\u00fcrich gegr\u00fcndeten Gruppe \u00abJ\u00fcdische Stimme f\u00fcr einen gerechten Frieden zwischen Israel und Pal\u00e4stina\u00bb. Sie setzt sich f\u00fcr einen echten Dialog zwischen beiden Seiten ein.<\/p>\n<p>Dass ausgerechnet Galtung eine Veranstaltungsreihe mit Vortr\u00e4gen und Diskussionen er\u00f6ffnete, ist Programm. Der jung gebliebene 72-J\u00e4hrige betrachtet Konflikte, m\u00f6gen sie noch so komplex und verfahren sein, mit n\u00fcchternem, analytischem Sachverstand, ohne je zu moralisieren. So auch den Nahostkonflikt. Beide Seiten h\u00e4tten zwei klare Zielsetzungen: Israel wolle Sicherheit und sich ausdehnen; Pal\u00e4stina das Ende der Besetzung, Freiheit und einen eigenen Staat. Angesichts dieser Grundvoraussetzungen stelle sich die Frage, welcher Weg aus dem \u00abWahnsinn\u00bb f\u00fchre.<\/p>\n<p>Laut Galtung hat das Osloer Abkommen deutlich gezeigt, dass es keine bilaterale L\u00f6sung geben kann. Daf\u00fcr gebe es zu wenig Land, zu viele Menschen und zu viel \u00abAusgew\u00e4hlt-Sein\u00bb. Die von j\u00fcdischen Ultranationalisten propagierte sogenannte Transfer-L\u00f6sung &#8211; \u00abzwei Millionen Pal\u00e4stinenser \u00fcber den Jordan zu verschieben\u00bb &#8211; sei, so Galtung, nicht realisierbar. Ebenso wenig ein hinter Mauern und Stacheldraht verbarrikadierter israelischer Staat. F\u00fcr Galtung gibt es einen einzigen Ausweg: eine multilaterale L\u00f6sung. Als Vorbild dient dem Friedensforscher die Ann\u00e4herung Deutschlands und Frankreichs nach dem Zweiten Weltkrieg, die in die Europ\u00e4ische Union m\u00fcndete. Analog zu ihr m\u00fcssten Israel, Syrien, Libanon, Pal\u00e4stina, Jordanien und \u00c4gypten eine Gemeinschaft bilden. Politische L\u00f6sungen m\u00fcssten auf Konsensbasis gefunden werden. Die kulturellen Wurzeln sind laut Galtung vorhanden. Schon vor der Zeit der Kreuzz\u00fcge lebten Juden, Christen und Muslime friedlich auf engstem Raum zusammen. Wichtig sei ferner eine starke \u00d6kumene: Die vielen Gemeinsamkeiten, die \u00absanften Seiten\u00bb der Religionen m\u00fcssten in den Vordergrund ger\u00fcckt und gelebt werden. Wirtschaftlich und milit\u00e4risch m\u00fcsste zwischen den sechs Staaten eine Balance, eine Symmetrie gefunden werden.<\/p>\n<p>Ist dieser L\u00f6sungsansatz realistisch? Oder handelt es sich lediglich um eine Vision eines Utopisten, eines Vision\u00e4rs? Galtung ist \u00fcberzeugt, dass in der nahen Zukunft \u00abGegenkr\u00e4fte\u00bb und neue Ideen auftauchen werden. Schon heute bef\u00fcrworte im Nahen Osten eine Mehrheit der Menschen die Gewaltlosigkeit. Die israelischen Regierungen m\u00fcssen sich laut Galtung ernsthaft die Frage stellen, welche Zukunft sie w\u00fcnschen. Die Besetzungspolitik stosse immer mehr auf internationale Ablehnung; die Folge seien Boykottbewegungen. Und wie lange w\u00fcrden die USA Israel noch die Stange halten? Gem\u00e4ss Aussagen Galtungs haben die arabischen Nachbarn nichts gegen ein gem\u00e4ssigtes Israel (eine Behauptung, die in dieser Pauschalit\u00e4t nicht \u00fcberzeugt). Der Friedensforscher glaubt daran, dass sich die Grenzen eines Tages wirklich \u00f6ffnen werden und eine allm\u00e4hliche Durchmischung der V\u00f6lker und der Religionen stattfindet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/startseite\/article8DQFK-1.422072\" target=\"_blank\">SOURCE<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div align=\"center\"><a target=\"_blank href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/startseite\/article8DQFK-1.422072><img decoding=\"async\" title=\"Click to read: Galtung Solutions for Israel Palestine\" src=\"https:\/\/www.galtung-institut.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Galtung-Solution-and-Peace-Proposal-for-Israel-Palestine-NZZ.jpg\"width=\"480\" \/><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1421,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"coauthors":[800],"class_list":["post-3089","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-foodforthought"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3089","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1421"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3089"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3089\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6728,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3089\/revisions\/6728"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3089"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.galtung-institut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=3089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}